Ohne

Ohne … bin ich kein Mensch – eine leere Hülle nur.
Ohne … falle ich tief – kann nichts fassen.
Ohne … klingt jeder Ton nach Moll – verblasst ist Dur.
Ohne … quetschen Steine meine Brust – Geröll in Massen.

Ohne … die Sonne nicht wärmt – ihr Schein ist schwach.
Ohne … der Tag nicht geht – die Nacht sich streckt.
Ohne … zähle ich die Sekunden – liege noch lange wach.
Ohne … der Mond trostlos wacht – schlaflose Gedanken heckt.

Ohne … schmeckt alles fad – ist Süßes bitter.
Ohne … fehlt es an Leichtigkeit – stürzt ein Blatt so schwer.
Ohne … getrübte Märchenwelt – kein Feenstaub ohne Glitter.
Ohne … ausgetrocknete Wüste – weiter Strand ohne Meer.

Ohne Dich.

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Das Blatt weiß es nicht

Traurig und zerschlissen hängt ein Blatt am Aste,
wie sturmgepeitschte Stoffreste am Fahnenmaste.
Die anderen wollten nicht bis zum Ende warten.
Drum verrotten Sie da unten, unter ihm im Garten.

Fragend, was nun aus ihm werde,
riss ein Windhauch auch jenes Blatt zur Erde.
Da liegt es nun auf seinesgleichen.
Blatt auf Blatt – totes Laub aus Blätterleichen.

Die Frage, die am Ende steht und bleibt.
Warum das Leben diesen Weg so schreibt?
Die Antwort lautet: So ist die Natur.
Ein ewiger Kreislauf – Routine pur!

Was wäre wenn? Wäre es so leicht?
Und diese knappe Antwort reicht,
um den Sinn des Lebens zu beschreiben.
Würde ich es so halten? Würde ich so verbleiben?

Wir sind uns „Unser“ bewusst.
Da ist es, was es ist!
Der Preis für Liebe, Wärme und Glück im Leben
ist das Bewusstsein – auf Nehmen, folgt geben.

Drum bin ich froh, kein Blatt zu sein.
Lebe mit meinen Liebsten – bin nicht allein.
Lebe mit Erinnerungen – an das, was einst war.
Bin mir meiner bewusst und sehe klar.

Ostsee

(für Papa)

Kennst Du das Gefühl von Wind auf Deiner Haut?
Wenn Dein Boot in den Wasserberg vor Dir sticht!
Endloser Horizont, wohin man auch schaut.
Welle für Welle, am Bug sich tosend bricht.

Kennst Du die Sehnsucht nach der Ferne?
Wenn Möwen kreischen und das Meer zu Dir spricht.
In die Weite reisen, würdest Du nur zu gerne.
Doch kannst Du es nicht!

Kennst Du die Stille der Nacht auf der schlafenden See?
Wenn das Wasser an die Bordwand plätschert – einfach nichts Dich stört.
In den schwarzen Sternenhimmel blickend und sich wärmen an einer Tasse Tee.
Das ist Deine Zuflucht. Das ist es, worauf Dein Herz jetzt hört.

Wenn Dir Dein Alltag die Sicht zu nehmen droht.
Nimm Dir die Zeit und fahr hinaus auf das Meer!
Spür die Kraft des Wassers, dem Wind und Deinem Boot.
Hohl Dir das Gefühl zu Leben zurück!