Strafe muss sein oder ein „falscher Fehler“.

„Das ist ein guter Tag“ sagte ich mir heute Morgen beim Aufstehen. Freunde hatten uns zu einer Hausboottour auf der Müritz für das kommende Wochenende eingeladen. Durchaus ein Grund sich zu freuen. Denn eine frische Brise, belebende Sprünge ins kalte Nass, ein paar kühle Blonde mit den Freunden zischen und eventuell den einen oder anderen Angelerfolg in Aussicht gestellt zubekommen – da geht einem doch das Herz auf. Oder? Und da lag es durchaus nahe, sich vorab schon einmal um eine offizielle Angelkarte für den Raum Müritz zu kümmern. Soll ja perfekt werden und nicht mit immensen Straffengeldern fürs Wildfischen enden.

Gesagt, getan. Ab in Richtung Roggentin zu AngelJoe, dem Angelprofi schlechthin. Ich stehe also in der Abbiegespur an der Ampel Höhe Shelltanke und warte auf Grün, als mein Handy nach mir zu schreien begann. Das Handy aus der Hosentasche gezwängt und einen Blick auf das Display geworfen. Aha, die Schwiegermama. Prompt bestätigte sich meine Vermutung. Man hatte mich gesehen und wollte nur sichergehen, dass ich nicht zu Ihnen auf den heimischen Hof wollte, weil man gerade in die Gegenrichtung unterwegs war. Tja, Schwiegermutters geschultes Auge entgeht nichts. Sie hatte mich im Gegenverkehr wahrgenommen. Leider aber auch ein weiteres Paar Augen, die einem sympathisch dreinschauenden Uniformierten in einem blau-silbernem Sixpack zuzuordnen waren.

SCHEISSE! Ähm … Schwiegermama? Ich muss Schluss machen. Polizei. Ich bog vorschriftsmäßig ab und blickte ängstlich in den Rückspiegel. Verdammt, beim Sixpack ging das Rückfahrlicht an und man wendete. Kein Blaulicht. Bitte lieber Gott, wenn es Dich gibt, dann bitte jetzt alle umliegenden Einheiten zur Rettung einer kleinen Miezekatze ausrücken lassen. Ok. Es wäre eine Chance für Gott gewesen, sich anzubiedern. Hat er nicht gemacht. Aber das ist ein anderes Thema.

Also bog ich mit gebanntem Blick in den Rückspiegel auf den Parkplatz bei AngelJoe ein und suchte mir in der Nähe zum Eingang einen Platz aus. Kurz hatte ich gehofft, dass der liebe Herrgott mich wohl doch erhört hatte. Ätsch. Dem war nicht so. Das blausilberne Monster erschien hinter einer Hecke und kam dann direkt auf mich zu. Das war´s dann wohl, dachte ich und stieg aus. „Sie wissen was sie falsch gemacht haben?“ frug der braungebrannte Officer, der ebenfalls ausgestiegen war. Zu ihm gesellte sich eine etwas blasse aber nicht unattraktive junge Blondine. „Verkehrskontrolle. Fahrzeugpapiere, Führerschein und Ausweis bitte“ bekam ich von ihr zu hören. Kennt eigentlich einer noch den Film „Tage des Donners“ mit Tom Cruise und der falschen Polizistin, die eigentliche eine …? Ich schweife ab. Sorry. Nach meinem Schuldeingeständnis und der darauffolgenden Belehrung erfragte ich dann noch die zu erwartende Straffe. „60 Euro wird sie das kosten“ meinte der Mann und seine Kollegin ergänzte dann noch fix: „Und einen Punkt gibt es noch obendrauf“.

Das dazu. Was für ein schöner Tag. Und wenn ich jetzt noch ergänzen darf, dass mich der gute Mann bei AngelJoe an die örtlichen Fischer und Angelläden rund um die Müritz herum verwies, weil man nur dort die offiziellen Angelkarten erwerben könne …

Mit diesem Wissen und das auch etwas früher kommuniziert, wären mir die 60 Euro und das Pünktchen in Flensburg (Prost) wohl erspart geblieben.

Es kann nur besser werden. Ich wünsche Euch ein schönes und erholsames Wochenende und bitte nicht beim Autofahren telefonieren.

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